Songs und Poesie aus Island.

Posted on Mrz 5, 2017

Von Jens-Peter Müller – www.deutschlandfunk.de

Kämpferische Musiker

Island ist eine Insel für kämpferisch eingestellte Musiker und Dichter, genau der richtige Ort für den Poeten und Liedermacher Heinz Ratz von der Kieler Band Strom und Wasser. Gerade hat er seinen spektakulären moralischen Triathlon beendet. Er war durch Flüsse geschwommen und für Obdachlose und Flüchtlinge zu Fuß und mit dem Rad durch Deutschland unterwegs. Am Ende jeder Tagesetappe gab er ein Konzert. Nun verfolgt Heinz Ratz eine neue Idee: In den nächsten Jahren will er in 10 europäischen Städten mit dort ansässigen Musikern gemeinsame Programme entwickeln. Seine erste Station war Reykjavik.

„Island ist sehr melancholisch, was ich letztlich auch habe: einen melancholischen Grundcharakter. Es hat eine große Einsamkeit, die natürlich für die Poesie wunderschön ist, es hat überwältigende Natur und es hat vor allem einfach etwas, was einen immer wieder auf sich selbst zurück wirft, und das íst natürlich die Quelle von jeder Poesie im Grunde genommen. Dass Du das Leben so durch Dich durch läßt und wieder bei Dir selber landest und es dem Leben wieder zurückgibst mit Worten und Melodien.“

Neben der Singersongwriterin Ragga Gröndal und ihrem Bruder, dem Saxophonisten und Klarinettisten Haukur Gröndal, hat Heinz Ratz auch den Sänger Egil Olaffson für sein großes Vorhaben begeistern können, das gemeinsame europäische Haus mit 10 neuen Kooperationsprojekten kulturell zu beleben. Herausgekommen ist dabei die Doppel-CD „Reykjavik“ mit Texten von Ragga Gröndal, Egil Olafsson und Heinz Ratz, der dazu meint:

„Die deutschen Texte sind komplett von mir und ich habe dann Ragga erzählt worüber das geht dort und dann hat sie das auf Isländisch vervollständigt. Egil ist selber mit Texten gekommen, da war das eigentlich eher umgekehrt, dass er seine Texte gebracht hat und ich dann reagiert habe und Texte, die von mir schon da waren, einfach wieder rausgenommen habe und mich sozusagen ihm ein bisschen angepasst habe. Oder aber wir haben gemeinsam wie bei Orpheus z.B. gedacht: Okay, ich würde gerne etwas über Orpheus machen, weil das mit Island passt, diese ganze Mythen- und Sagenwelt und der letzte Sänger. Er hatte immer gesprochen von der ersten Besiedelung Islands mit den irischen Mönchen und dann hat sich das einfach so vermischt.“

In Deutschland hat Heinz Ratz gerade mit Konstantin Wecker ein Büro für Offensivkultur gegründet zur Stärkung einer offenen, demokratischen Gesellschaft. In Island setzen Egil Olaffson und Einar Mar Gudmundson ihr künstlerisches Talent und ihre Popularität ebenfalls bei gesellschaftspolitischen Aktionen ein.

Zum kompletten Beitrag: www.deutschlandfunk.de